Seebrücke „eingestürzt“ - DLRG Heddesheim simuliert Gründungs-Notfall

Bericht von Stefan Matejek

Heddesheim. Wasserretter der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) Heddesheim e.V. haben am Samstag, dem 16.April 2011, im Rahmen einer Übung mit Realistischer Unfall- und Notfalldarstellung den Ernstfall im Hallenbad geübt. Über ein Dutzend „Verletzte“ galt es gleichzeitig aus dem Wasser zu retten und anschließend bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes fachgerecht zu versorgen.

 


Rund 20 Rettungsschwimmer der Leistungsstufen Bronze bis Gold waren an diesem Trainingssamstag im Heddesheimer Hallenbad anwesend, als der Technische Leiter Ausbildung, Tobias Johe, den gespannt in der Kabine wartenden Teilnehmern eröffnete, dass gerade ein großes Unglück mit vielen Verletzten und Ertrinkenden geschehen sei. Den Wasserrettern wurde der Einsturz einer stark besuchten Seebrücke in Binz auf Rügen aus dem Jahre 1912 vorgespielt, der 1913 die Gründung der DLRG zur Folge hatte.

 

Die Schwimmhalle wurde für die Übung in ein mit „Ertrinkenden“ gefülltes Trümmermeer verwandelt und auch am simulierten „Strand“ lagen Mimen in großen künstlichen Blutlachen mit erschreckend echt wirkenden Verletzungen. Gerade mal 50 Sekunden nach der Alarmierung war bereits das erste Opfer aus den Fluten gerettet und kurze Zeit später glänzte an „Land“ ein Meer aus goldfarbenen Rettungsdecken zum Wärmeerhalt der ausgekühlten Patienten. Stark blutende Kopfplatzwunden, Schnittverletzungen, Quetschwunden, Knochenbrüche und nicht zuletzt Unterkühlungen bis hin zum bewusstlosen Patienten galt es zu versorgen.
 

Zwei von Trümmerteilen unter Wasser „eingeklemmte“ Personen, gespielt von Einsatztauchern der Gruppe, mussten sogar wiederbelebt werden. Unverletzte, dafür aber umso aufgeregtere Passanten und Angehörige der Opfer erschwerten die Bemühungen der Helfer zusätzlich. Gleich an mehreren Stellen mussten von den Ersthelfern bis zum DLRG-Sanitäter die jeweils notwendigen Maßnahmen beinahe gleichzeitig eingeleitet werden, bis die Übung nach all den Anstrengungen schließlich ihr geplantes Ende fand.

In der Nachbesprechung konnten die Beobachter und Organisatoren einen großartigen Erfolg ihrer erstmals in dieser Form durchgeführten Rettungsübung attestieren. „Alle Helferinnen und Helfer sind bis an Ihre Grenzen und darüber hinaus gegangen“, wie Sanitätsausbilder Stefan Matejek kommentierte. Tobias Johe fand ebenfalls lobende Worte für den Ablauf der Übung: „Verbesserungspotential wird es immer geben, aber alle haben gezeigt, dass sie etwas gelernt haben und dies auch anwenden können“.