Sommertagsumzug vom 29. März 2009

Großer Umzug durch die Straßen lässt dem Winter keine Chance mehr / Verbrennung des Schneemanns zieht Groß und Klein zum Festplatz
 

Sommertagszug lockt die Sonne hervor



"Winter ade, scheiden tut" - zumindest dieses Jahr überhaupt nicht -"weh". Den zweiten Teil des Frühlingsliedes würden wohl viele Menschen gerne ersetzen durch "wie wär' des schee!" Wir haben Frühling, nur schien dieser davon bislang nicht viel zu wissen. Um ihn daran zu erinnern, haben sich gestern in Heddesheim zahlreiche Mitwirkende zum 25. Sommertagszug versammelt. Endlich sah man in den Straßen wieder bunte Farben anstelle der winterlichen Grautöne: Sonnenblumen, Regenbögen, Pflanzen aus Papier oder auch "in echt".

Angeführt von Reitern des Pferdezucht-, Reit- und Rennvereins, der Polizeireiterstaffel und von Westernreitern, von Bürgermeister Michael Kessler und den Gemeinderäten sowie dem evangelischen Posaunenchor machten sich elf Fußgruppen, 15 geschmückte Fest- und vier Motivwagen, sechs Musikfußgruppen und etliche Oldtimer auf den Weg durch die Straßen.

Nach je einer Salve um 13.30 Uhr und 13.45 Uhr, feuerte der Schützenverein um 14 Uhr endlich den lang ersehnten Startschuss ab. Durch die vielen Spalier stehenden Zuschauern ging es von der Schul- und Beindstraße aus am Rathaus vorbei, durch die Oberdorf-, Vorstadt- und Bismarckstraße zum Festplatz an der Ahornstraße. Die teilnehmenden Kinder waren bestens für den langen Weg gestärkt, hatten sie doch schon an der Hans-Thoma-Schule ihre Sommertagsbrezeln erhalten. So manch einer konnte die Energiezufuhr gut gebrauchen, war es doch noch recht kühl in den Straßen. Da war das Sammeln von Süßigkeiten, Brezeln und Äpfeln, die auf die Zuschauer niederregneten, eine willkommene sportliche Einlage.

Das letzte Motiv war der Schneemann, der auf dem Festplatz verbrannt werden sollte. Während einige fröstelnde Zuschauer sich fragten, ob der Winter die bunten Jahreszeiten im Zug vor ihm schon wieder vertreiben wollte, verliehen andere ihrer Hoffnung Ausdruck, er würde endlich den Anschluss verlieren. Denn noch drückten Frühjahrslieder wie "Winter ade" und "Alle Vögel sind schon da" eher Wunsch als Realität aus. "Awwa zum Glick hot's net gregn't!"

Und nicht nur das: die Heddesheimer hatten mehr Glück als die Umzügler etlicher Nachbargemeinden, ließ sich doch zum Ende des Umzuges tatsächlich die Sonne sehen. Bei so viel Einsatz ist eben jeder Widerstand zwecklos: Am Festplatz wurde dem Winter schließlich im wahrsten Sinne des Wortes eingeheizt. Unter dem Applaus der vielen Zuschauer wurde er verbrannt - und hoffentlich bis zum Jahresende auch verbannt.

Mit von den Schaustellern gestifteten Freichips schlossen die Kleinen beim Frühlingsfest den Umzug für sich ab, während die Erwachsenen die Gelegenheit nutzten, sich beim verkaufsoffenen Sonntag in den Geschäften noch ein wenig umzusehen. Viel Umsatz wurde zwar nicht unbedingt gemacht, aber das "Sich-Zeigen" war für die Geschäftsleute ebenso wichtig wie vorher für die verschiedenen Gruppen die Teilnahme am Umzug.


Mannheimer Morgen
30. März 2009